20. Match Race Germany 1. - 5. Juni 2017

Was ist Match Racing?

Zwei Teams segeln im Duell gegeneinander. Taktik, Teamarbeit und Psychologie sind es, die beim Match Race in Sekundenschnelle entscheiden. Schiedsrichter in Begleitbooten achten auf Regelverstöße und entscheiden sofort.

Üblicherweise segeln die Boote von der Startlinie "am Wind" hoch zur Luv-Tonne, die sie runden, um dann unter gesetztem Spinnaker Kurs auf die Lee-Tonne zu nehmen, die nahe der Startlinie positioniert ist. Danach geht es wieder hoch zur Luv-Tonne. Diese wird erneut gerundet und schon folgt der letzte Spurt zurück ins Ziel (Startlinie = Ziellinie).

Der Start beginnt mit dem Ankündigungsschuss, der fünf Minuten vor dem Start von der Wettfahrtleitung von dem Startschiff aus abgegeben wird. Vier Minuten vor Start setzt die Wettfahrtleitung eine blaue Flagge und gibt einen Hupton ab. Danach segeln die beiden Boote - eines mit einer gelben Flagge am Heck, das andere mit einer blauen - innerhalb der nächsten zwei Minuten aus gegenüberliegenden Richtungen in das Startrevier hinein. Bis zum Startschuss folgt ein hartes Duell, in dem sich die Gegner eine vorteilhafte Position für den Start erarbeiten wollen.Ein möglicher Trick besteht darin, den Rivalen unter Ausnutzung der seglerischen Vorfahrtsregeln zum Frühstart zu zwingen, d.h. der Frühstarter muss hinter die Startlinie zurück und der andere kann davon ziehen. Oft kommt es vor, dass bei diesem Manöver beide Boote zu früh über die Startlinie geraten und dann müssen beide Boote zurück. Auf dem Startschiff wird durch die zur Farbe des Bootes passende Flagge (gelb oder blau) angezeigt, welches der Boote über der Startlinie ist.

Schiedsrichter

Jedes Duell wird grundsätzlich von zwei Schiedsrichtern in Motorbooten überwacht. Sie entscheiden über Proteste und verteilen Strafen. Wenn eine der beiden Mannschaften durch hochhalten einer gelb-rot gestreiften Flagge protestiert, um auf einen Fehler des Gegners aufmerksam zu machen, dann können die Schiedsrichter eine der folgenden Flaggen zeigen:
Blau: Das Boot mit der blauen Flagge am Heck muss einen Strafkringel absolvieren.
Gelb: Das Boot mit der gelben Flagge am Heck muss einen Strafkringel absolvieren.
Weiss: "Vor dem Wind" muss das bestrafte Boot den Spinnaker runternehmen, mit dem Bug durch den Wind gehen (Wende), also den Kurs um 180 Grad ändern, und kann dann wieder auf den alten Kurs zurückkehren. "Am Wind" muss das bestrafte Boot abfallen und das Heck durch den Wind drehen (Halse), also den Kurs um mindestens 270 Grad ändern, und darf dann wieder auf den alten Kurs zurück.
Grün: Es liegt kein Protestgrund vor.
Schwarz: Das betroffene Boot ist sofort vom Rennen disqualifiziert.
Rot: Das betroffene Boot muss sofort einen Strafkringel absolvieren und die Identifizierungsflagge setzen.

Das bestrafte Boot darf die Bereinigung einer Strafe zu jeder Zeit des Rennens bis vor der Ziellinie ausführen. Wenn beide Gegner jeweils eine Strafe kassiert haben, dann müssen die Strafkringel nicht absolviert werden, sie gleichen sich aus. Die Anzahl der noch auszuführenden Strafkringel werden den Crews mit blauen bzw. gelben Bällen an einer Stange auf dem Schiedsrichterboot deutlich angezeigt. Kommt für ein Boot eine zweite Strafe hinzu, muss der entsprechende Strafkringel sofort ausgeführt werden. Erhält ein Boot eine dritte Bestrafung, zeigen die Schiedsrichter sofort die schwarze Flagge. Das Boot ist disqualifiziert und hat das Rennen verloren.

Die Regeln

Zwei grundsätzliche Vorfahrtsregeln sind im Match Race zu beachten: Das Boot mit dem Wind von rechts (Steuerbord) hat Vorfahrt, das gegnerische Boot muss sich freihalten. Im Zweibootslängenkreis von einer Wendeboje hat das innen liegende Boot Vorfahrt und darf zuerst wenden. Die Duelle verlaufen in der Regel auf engstem Raum. Über Sieg oder Niederlage entscheiden daher häufig nur ein paar Bootslängen.

What is matchracing?

Match racing means that two boats sail against each other and first across the finishing line wins. Why all the fuss with umpires, flags and guns at different intervals to select the winner, you may well wonder.

During the Prohibition era the gangsters fought it out without intervention from the police. Things will never get so far out of hand here. The umpires and the Race Committee set the limits with the help of rules, flags and buoys. That doesn't mean the yachtsmen always like the rules or the decisions. On the other hand the spectators only need a few simple guidelines to appreciate the tough showdowns to the full.

The start is of extreme importance to get control of your opponent. One single mistake and your opponent may decide the match before it even started. There is a gun ten minutes before the start and then one five minutes later to make the crews aware that the starting procedure is under way. At the gun four minutes before start, the two boats meet on the starting line, gating in from opposite directions. The boat coming from port flies a blue flag and the one coming from starboard flies a yellow one. Already in that first encounter you can bring your opponent to his knees. With a combination of psychology and strategy a strong crew can gain the upper hand almost before the boats have met. Then the typical match racing twisting and turning begins. The boats attack, block and chase each other. Neither wants to approach the starting line too soon to risk getting the opponent in a controlling tailing position. If a boat makes a false start, its identification flag (yellow or blue) is hoisted on the starting vessel. Then there is nothing for it but to turn around and make a new, correct, start. Often both boats are early across the line, sailing on the margins not to give the opponent a head start.

The starting gun for one pair of boats means that there are five minutes left before the next pair starts. An umpire boat follows each pair. In it are two umpires who together decide if a rule has been violated. With the help of the rules and precedents they decide how aggressive you can be on the course. An umpire must know the rules by heart and make a correct decision in less than thirty seconds. The competitors show a yellow and red striped protest flag when they think their opponent has violated the rules. The umpires decide if, when and whom to penalise. They show a green and white flag (no violation or wash-out), a yellow flag (the yellow boat is penalised) or a blue flag (the blue boat is penalised). A boat that has committed a serious violation is shown a black flag, is disqualified and has lost the match.

The four basic rules that the spectators need to know:

  1. Boat with right of way must not hinder the other boat from giving right of way.
  2. Boat with the wind in from starboard has right of way.
  3. Boat to leeward has right of way.
  4. Boat rounding a mark between the other boat and the mark must be given room to do so.

Even if you manage not to break any of these rules, there are several other mistakes to make. Those could be: getting caught on the anchor line of the starting ship, colliding with a spectator boat, losing your mast, running aground or dropping your spinnaker like a colourful trawl. All of the above won't happen; but keep your eyes open!